Forschende identifizieren frühe diagnostische Muster vor der ME/CFS-Diagnose bei Kindern und Jugendlichen
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Neue Forschungsergebnisse, die in Scientific Reports veröffentlicht wurden, haben Muster medizinischer Diagnosen identifiziert, die im Jahr vor einer formalen Diagnose des Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndroms (ME/CFS) bei Kindern und Jugendlichen häufig auftreten.
Die große deutsche Studie deutet darauf hin, dass bestimmte Symptome und Zustände – von Fatigue und Schmerzstörungen bis hin zu Post-COVID-Erkrankungen – als frühe Indikatoren für ME/CFS dienen könnten, was Klinikern möglicherweise hilft, die Erkrankung früher zu erkennen.
Eine groß angelegte Studie mit Realdaten
Die Studie mit dem Titel „ICD-10 Diagnosen vor der ME/CFS-Diagnose bei Kindern und Jugendlichen deuten auf potenzielle frühe diagnostische Indikatoren hin“ analysierte Krankenversicherungsdaten von mehr als 7 Millionen Personen im Alter von 6 bis 27 Jahren.
Die Forscher identifizierten 6.077 junge Menschen, bei denen zwischen 2020 und 2022 neu ME/CFS diagnostiziert wurde. Jeder Fall wurde mit fünf ähnlichen Personen ohne ME/CFS abgeglichen, um zu vergleichen, welche medizinischen Diagnosen im Vorjahr dokumentiert wurden.
Die meisten der Diagnostizierten waren:
weiblich
zwischen 18 und 24 Jahre alt
im Jahr 2022 diagnostiziert, was einen Anstieg des Bewusstseins nach der COVID-19-Pandemie widerspiegelt
Welche Erkrankungen traten vor ME/CFS auf?
Die Forscher fanden 48 diagnostische Kategorien, die signifikant mit einer späteren ME/CFS-Diagnose verbunden waren.
Die häufigsten Muster traten in drei Hauptbereichen auf:
Psychische und Verhaltensgesundheit
Atemwegserkrankungen
Muskuloskelettale Erkrankungen
Häufig erfasste Diagnosen
Zu den häufigsten Diagnosen im Jahr vor ME/CFS gehörten:
Fatigue (stark assoziiert)
Schmerzstörungen
Depression
Somatoforme Störungen (körperliche Symptome ohne klare medizinische Erklärung)
Infektionen der oberen Atemwege
Labortests und wiederholte Arztkonsultationen
Fatigue stach als einer der stärksten Prädiktoren hervor – wenig überraschend, da es ein charakteristisches Symptom von ME/CFS ist.
Schmerzstörungen und das Reizdarmsyndrom waren ebenfalls häufig, was die überlappenden Symptommuster widerspiegelt, die bei ME/CFS und anderen funktionellen oder chronischen Schmerzzuständen beobachtet werden.
Starke Assoziationen mit Fibromyalgie und kognitiver Beeinträchtigung
Obwohl seltener, zeigten einige Diagnosen besonders starke Assoziationen mit späterem ME/CFS:
Fibromyalgie
Leichte kognitive Beeinträchtigung
Neurasthenie
Schlafstörungen
Diese Ergebnisse untermauern die neurologische und systemische Natur von ME/CFS und die kognitiven Schwierigkeiten, die Patienten häufig berichten.
COVID-19 und Post-virale Erkrankungen
Wichtig ist, dass mehrere COVID-bezogene Diagnosecodes mit späterem ME/CFS in Verbindung gebracht wurden.
Die stärkste Assoziation wurde festgestellt mit:
Post-COVID-19-Zustand (Long COVID) – fast viermal höhere Wahrscheinlichkeit einer späteren ME/CFS-Diagnose.
COVID-Tests und COVID-bezogene medizinische Dokumentationen waren auch bei denjenigen häufiger, die später mit ME/CFS diagnostiziert wurden.
Gleichzeitig waren frühere Routineimpfungen im Allgemeinen nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden – und in einigen Fällen negativ assoziiert – was bestehende Beweise stützt, dass Impfstoffe selbst kein Treiber von ME/CFS sind.
Was das bedeutet
ME/CFS bleibt eine komplexe und oft verzögerte Diagnose. Es gibt keinen einzelnen Biomarker, und die Symptome überschneiden sich mit vielen anderen Erkrankungen.
Diese Studie deutet darauf hin, dass Patienten im Jahr vor der Diagnose oft Folgendes erleben:
Wiederholte Müdigkeitsbeschwerden
Schmerzen und muskuloskelettale Probleme
Kognitive Symptome
Post-virale Erkrankung
Erhöhte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
Einige davon können Folgendes darstellen:
Frühe Manifestationen von ME/CFS
Überlappende Zustände
Fehldiagnosen
Oder komorbide Erkrankungen
Die Forscher betonen, dass diese Ergebnisse eine Assoziation – nicht Kausalität – zeigen. Es sind weitere prospektive Studien erforderlich, um festzustellen, ob diese Diagnosen echte Frühwarnzeichen sind oder Teil einer breiteren diagnostischen Reise.
Warum eine frühere Erkennung wichtig ist
Für viele Patienten kann die ME/CFS-Diagnose Jahre dauern. Eine frühere Identifizierung könnte:
unnötige Tests reduzieren
eine Fehlbezeichnung von Symptomen verhindern
die Koordination der Versorgung verbessern
frühere Pacing- und Symptommanagementstrategien ermöglichen
Da das Bewusstsein für ME/CFS wächst – insbesondere nach COVID-19 – tragen Studien wie diese dazu bei, die realen Diagnosemuster zu klären und können die klinische Erkennung verbessern.
Die vollständige Studie ist in Scientific Reports verfügbar.