Forscher identifizieren veränderte Gehirnkonnektivität bei ME/CFS und Long COVID
Aktie
Neue Forschungsergebnisse der Griffith University haben Veränderungen in der Art und Weise identifiziert, wie das Gehirn bei Menschen mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und Long COVID während mentaler Anstrengung kommuniziert.
Mithilfe der Ultrahochfeld-MRT-Technologie stellten Forscher eine signifikante Verringerung der Konnektivität zwischen bestimmten Hirnregionen fest, wenn die Teilnehmer eine kognitiv anspruchsvolle Aufgabe ausführten. Diese Ergebnisse tragen dazu bei, die neurologische Grundlage der Symptome zu beleuchten, die häufig von Menschen mit beiden Erkrankungen berichtet werden.
Die Studie konzentrierte sich auf die gemeinsamen neurologischen Symptome von ME/CFS und Long COVID, darunter Schwierigkeiten mit Gedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit und eine langsamere Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Professor Sonya Marshall-Gradisnik vom National Centre for Neuroimmunology and Emerging Diseases der Griffith University erklärte, dass diese kognitiven Symptome für Patienten ein großes Problem darstellen und einen zentralen Fokus der Forschung bildeten.
Die Hauptautorin und Doktorandin Maira Inderyas beschrieb, wie die Teilnehmer eine kognitive Herausforderung während einer Gehirnscan-Untersuchung bewältigten. Während des MRTs führten die Teilnehmer einen sogenannten Stroop-Test durch, der von den Personen verlangt, widersprüchliche Informationen herauszufiltern und genau zu reagieren – was hohe Anforderungen an die Exekutivfunktionen und die mentale Kontrolle stellt.
Dieser Ansatz ermöglichte es den Forschern, genau zu beobachten, welche Bereiche des Gehirns bei anhaltender kognitiver Anstrengung aktiviert wurden. Die Scans zeigten Veränderungen in Hirnregionen, die mit Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Informationsverarbeitung verbunden sind, und gaben Aufschluss darüber, warum mentale Aufgaben für Menschen mit ME/CFS und Long COVID besonders schwierig sein können.
Wichtig ist, dass die Ergebnisse das bestätigen, was viele Patienten bereits aus erster Hand erfahren: Mentale Anstrengung ist nicht nur ermüdend – sie kann messbare neurologische Auswirkungen haben. Die Forschung hebt hervor, dass Ruhe für Menschen mit diesen Erkrankungen kein Luxus, sondern ein entscheidender Bestandteil der Symptomkontrolle ist.
Die Studie verwendete einen 7-Tesla Ultrahochfeld-MRT-Scanner, einen von nur zwei in Australien verfügbaren, was eine außergewöhnlich detaillierte Bildgebung der Gehirnaktivität ermöglichte.
Die vollständige Studie mit dem Titel „Distinct functional connectivity patterns in myalgic encephalomyelitis and Long COVID patients during cognitive fatigue: a 7 Tesla task-fMRI study“ wurde im Journal of Translational Medicine veröffentlicht.